The Return of Bücherjahresrückblick [blöde Platzhalterüberschrift, vor Veröffentlichung unbedingt ändern!!!]

Der Schock wird euch noch eiskalt im Nacken sitzen: Ende letzten Jahres habe ich gar nicht meine 10 liebsten Lektüren verkündet. Die Welt hielt bis heute den Atem an. Dabei hatte ich 2024 im Durchschnitt ein recht gutes Lesejahr gehabt, zumindest im Vergleich zu meinem vorangegangenen Annus horribilis. Nur war es nicht derart highlightgeschwängert, dass ich guten Gewissens zehn Titel öffentlich hätte ausstellen mögen. Das sieht dieses Jahr zum Glück wieder anders aus, also hier: Die 10 Bücher, die ich in diesem Jahr mit dem größten Vergnügen gelesen habe. Es handelt sich nicht zwangsläufig um Neuerscheinungen dieses Jahres.

Auf meiner Pressetour durch Österreich (gut, Wien) wollte ich mir vor allem Bücher von österreichischen Autorinnen und Autoren kaufen. Wegen Zeit- und Geldknappheit (wahlheimatkulturbedingt musste ich Reisemitbringsel priorisieren) sind es dann doch nur zwei geworden. Ein ziemlich miserabler Thriller und das hier, das ihr eh schon alle kennt und liebt. Das nächste Mal frage ich jemanden, der sich damit auskennt, nach Geheimtipps. Solche Leute kenne ich ja jetzt gottlob.

Steht stellvertretend für diesen ersten und den zweiten Teil einer Trilogie über die Flucht einer Gruppe von Aliens und Alien-Verstehern vor notorischen Alien-Nichtverstehern (Militärs, Geheimdienste etc.). Der dritte Band ist bestimmt genauso kluge und gute Unterhaltung. Den kaufe ich mir baldmöglichst als richtiges Buch. Die ersten beiden waren Zufallsfunde auf dem digitalen Grabbeltisch. Dafür, und nur dafür, ist er da.

Jedes Mal, wenn ich befürchte, Amélie Nothombs Stil könnte mir irgendwann auf den Zeiger gehen, beweist sie mir, dass ihr Stil weit über reinen Stil hinausgeht.

Ich habe ihn so vermisst, dass ich es gleich zweimal gelesen habe.

Könnte ich dasselbe drüber sagen wie über ‚Psychopompos‘, nur eben mit ‚David Peace‘ anstatt ‚Amélie Nothomb‘. Und ‚er‘ anstatt ‚sie‘, wenn wir es hier peinlich genau nehmen wollen.

Ich bin auch Monate nach dem Lesen noch baff von der Themenbreite, die dieser Roman ganz unverkrampft bearbeitet. Ich möchte gar nicht erst von all den -ismen anfangen, die hier verhandelt werden, denn das schreckt ja doch nur ab. Das Wichtigste: Es ist nicht nur ein -istischer und bisweilen anti-istischer Roman, sondern vor allem ein richtig fesselnder Schmöker.

Martin Cruz Smith hat in seinen letzten Jahren krankheitsbedingt von epischen Ausschweifungen abgesehen und punktgenaue, hochkonzentrierte Kriminalromane ohne Gedöns geschrieben beziehungsweise diktiert. Sie gefallen mir besser als die selbstverständlich ebenfalls sehr guten früheren Bücher mit mehr Gedöns. Mit oder ohne Gedöns wird er fehlen.

Ehrlich gesagt war Cosbys vorletzter Roman, ‚All the Sinners Bleed‘, der erste von ihm, den ich ein kleines bisschen enttäuschend fand. Gottlob hat er sich jetzt wieder voll und ganz berappelt. Ein so hervorragender Thriller, dass er natürlich nicht nur ein Thriller ist.

Es war selbstredend nicht mein erstes Mal. Hatte ich zwecks Recherche nur mal wieder kurz reingucken wollen, musste dann aber einfach drinbleiben. Das Buch hatte mich damals laut Preisschild 6 Mark 80 in einer Frankfurter Buchhandlung gekostet, also wahrscheinlich während eines Perry-Rhodan-Weltcons gekauft. Eine gute Investition.

Hat mich inspiriert, nach weiteren Indianerbüchern Ausschau zu halten. Und das in meinem Alter noch.